Georg Volker.
ein Dritter ein Tuch um die Augen ſchlang; raſch traten auf den Wink eines Offiziers mit dem Degen ſechs Soldaten aus dem vorderſten Glied hervor, ſtellten ſich dicht vor den niederknieenden Cameraden, noch einmal winkte der Offizier mit dem Degen— auf welches Signal die Schützen Feuer gaben, daß rings ein dichter Pulverdampf die grauſe Scene ver⸗ hüllte. „Weh! Weh! der hat ausgelebt!“ ſtammelte der Zigeunergreis. Laut wirbelten die Trommeln, und wie der Pulverdampf ſich verzog, lag auf dem wei⸗ ßen Sandhaufen ein Soldat, der kein Glied mehr regte; neben ihm knieete ein Regimentsarzt und löſte die Binde von den Augen des Todten. „Fort! Fort, Kinder! Das thun Chriſten einem Chriſten, wie würde es uns erſt, die ſie Heiden nen⸗ nen, ergehen, wenn ſie uns in ihre Gewalt bekämen!“ ſo ſprach ſchaudernd der alte Mann, worauf die Zigeuner, flink wie Marder, lautlos wie Blindſchlei⸗ chen, hinter den Hecken den Berg hinankrochen und, von keinem Auge geſehen, im Waldesdickicht ver⸗ ſchwanden, wo ſie den Spuren und Zeichen folgten, welche die vorangezogenen Weiber zum beſſeren Auf⸗ finden des von ihnen genommenen Weges zurückge⸗


