296 Georg Volker.
und Einer von ihnen, der ſich am weiteſten vorge⸗ wagt hatte, Szändor mit Namen, ein echtes Spio⸗ nengeſicht, erzählte, daß er zwei Bauern in ihrem Hofe belauſcht habe, wie ſie davon geſprochen hätten, daß ein Menſch an der Kirchhofsmauer erſchoſſen werden ſolle, weil er des Grafen Schloß niederge⸗ brannt habe.
Ruhig hörte der Greis die Berichte der Kund⸗ ſchafter an und befahl ſodann, daß die Weiber mit dem Karren, auf welchen die Kinder geſetzt wurden, eilig waldeinwärts ziehen ſollten bis zum großen Waldſumpf, wo ſie vor jeder Gefahr ſicher ſeien. Er ſelbſt mit noch vier andern Männern verſteckte ſich in den dichten Dornhecken am Hohlweg, von wo ſie ungeſehen Alles beobachten konnten, was unten vor— ging. Wirklich entdeckten ſie bald unter den drei Birken einen friſch aufgeſchütteten weißen Sandhau⸗ fen, und daneben, dicht an der Kirchhofsmauer, ein offenes Grab, das erſt in der vergangenen Nacht ge⸗ graben ſein konnte.
Unterdeſſen wurde fortwährend in dem Dorfe ge⸗ trommelt und bald zeigte ſich eine Reiterabtheilung, die dem Friedhof zuritt und denſelben in weitem Um⸗ kreis umſtellte, augenſcheinlich um Niemand nahe kommen zu laſſen. Die Zigeuner, mehr liſtig als


