Georg Volker. 51
reich meiſt an ihren Ausgängen zu Grunde geht. Uns Deutſche ſchützt nun einmal der ſichere Takt der edlen und beſonnenen Volksnatur vor dieſen gefahr⸗ vollen Experimenten der Politik, während der Fran⸗ zoſe erſt zur Vernunft und zur Beſonnenheit zurück⸗ kehrt, wenn ſich die Champagnerhitze in ihm ver⸗ flüchtigt hat und ihm nichts mehr übrig bleibt, als die bittre Reue. Wären wir Deutſche wirklich be⸗ rufen zur Revolution, wie uns jetzt ſo mancher Schwindelkopf weis machen will, wahrlich, wir brauch⸗ ten nicht der Welt das erbärmliche Schauſpiel zu be⸗ reiten, uns von den Franzoſen alle Requiſiten der Freiheit zu verſchreiben, wie wir uns von dort ſeit Jahrhunderten unſere Moden, unſere Sitten und un⸗ ſere Thorheiten hergeholt haben; wir brauchten nicht abermals den keineswegs für unſer Nationalbewußt⸗ ſein ſchmeichelhaften Beweis zu liefern, daß wir erſt an eine Staatsumwälzung denken, wenn der Fran⸗ zoſe die ſeinige längſt ſchon fertig gemacht hat!“ „Hierin muß ich Ihnen leiver! vollkommen bei⸗ ſtimmen,“ verſetzte Georg mit mühſamer Zurückhal⸗ tung.„Wären wir Deutſche ein tüchtiges muthiges Volk, wie wir es ſein könnten und ſollten, wir brauchten nicht die Affen zu machen vor dem Aus⸗ länder, wir hätten uns längſt von der


