52 Georg Volker.
aufgerafft und vom Belt bis zur Donau die Revo⸗ lutionsfahne geſchwungen, nicht um dem Franzoſen ſeine politiſchen Verrücktheiten nachzumachen, nicht um des Socialismus und des Communismus willen und wie all die Phantaſtereien heißen, die aus der Stickluft unſerer Gegenwart gleich eben ſo vielen hohlen Blaſen auftauchen, ſondern einfach, um uns einmal in unſten eignen vier Wänden einen guten Tag zu verſchaffen, und in Gottes Namen vor die Thür zu ſchmeißen, was uns im alten Hausrath nicht mehr gefällt! Herr Major— hier ſteigerte ſich der Ton ſeiner Stimme zur feierlichen Bewe⸗ gung— Hand auf's Herz, ich halte Sie für einen Ehrenmann; aber wenn Sie mir ſagen, daß Sie kein Ariſtokrat ſeien, ſo werden Sie mir auch zugeben, daß Niemand anders als unſre Fürſten mit ihrer armſeligen und verrätheriſchen Hauspolitik es ſeit Jahrhunderten geweſen ſind, die uns zu Affen, ja mehr noch, die uns zu Hunden des Auslandes ge⸗ macht haben; dann werden Sie mir's zugeben, daß unſer großes, edles, armes Volk, von ſeinen eignen Häuptern auf das Schmählichſte entwürdigt und ver⸗ rathen, keine andere Rettung mehr hat, als die, ſich den Franzoſen in die Arme zu werfen; denn wahr⸗
lich, lieber dem Fremden unterthan ſein, als im eig⸗


