Georg Volker.
lieber Freund, aufhalten müſſen wir das Militair, müſſen es zu einer beobachtenden unthätigen Stellung zwingen, es ſogar noch weiter in die Berge hinein⸗ zulocken ſuchen und dann, im rechten Moment, leicht, ſicher und erfolgreich ausführen, was zur Unzeit uns verderben und der Freiheit doch nichts nützen könnte.“
„Der rechte Augenblick, da haben wir's!“ rief Germanos im bittern Unmuth.„Der Deutſche wartet auf den„rechten Augenblick,“ wie der Jud' auf den Meſſtas! Denk' doch an Eugeniens Brief und was ſie Dir von den Abſichten des Grafen mit⸗ theilte. Aber ich ſehe, Du wirſt ſo lange zaudern und die Sache hinausſchieben, bis man Dich und uns mit, trotz aller Warnungen, an den Köpfen faßt, und dann,— dann möchte allerdings der „rechte Augenblick“ gekommen ſein, aber nicht für uns, ſondern für unſere Feinde und zu unſerem Unglück!“
„Noch Eins räth' mir zum Abwarten,“ ſagte Volker.„Zwar wirſt Du auch dieſe Vorſicht belä⸗ cheln, aber doch iſt ſie gut und rathſam. Unſere Bauern müſſen ſich nothwendig zuvor an den An⸗ blick der gefürchteten Soldateska gewöhnen und mit
bem Gedanken eines Kampfes gegen ſie vertraut werden. Ja, es wäre ſelbſt nicht unwahrſcheinlich,


