Georg Volker. 35
ſcheidung hingehalten, darum von einem Tag zum andern den Muth der Leute verrauchen laſſen, um jetzt vor ein paar armſeligen Bayonnetten die Segel vollends zu ſtreichen? Nimmermehr! Du wirſt mich nicht länger aufhalten, denn wenn das in Deutſch⸗ land Revolution heißt, ſo will ich zu den Peſcherähs wandern und dort für die Freiheit kämpfen!“ „Gemach! Gemach!“ verſetzte Georg gelaſſen. „Ich will nichts aufhalten, als die Voreiligkeit, die Unbeſonnenheit. Voreilig und unbeſonnen aber nenne ich es, den Umſtand, daß man uns Soldaten auf den Hals ſchickt, ſofort als das Signal zum Los⸗ bruch zu betrachten. Mir dünkt es ungleich klüger, vorerſt den Feind und ſeine Abſichten zu erſpähen, ihn ſicher zu umſtellen und vor Allem Nachrichten von Außen abzuwarten, wie weit dort die Sachen gediehen ſind. Und zudem, wer weiß, ob nicht die Soldaten— denn ihre Zahl läßt dies faſt vermu⸗ then— gerade hierher geſchickt wurden, um gewiſſe Feuerköpfe ſo ſchnell als möglich durch ihren bloßen Anblick zur Rebellion zu reizen, ſie bequem beizu⸗ ſtecken, dann an einem andern Orte dieſelbe Mani⸗ pulation mit demſelben Erfolg zu wiederholen, und ſo ſchnell hintereinander die vereinzelten und darum ohnmächtigen Aufſtände zu unterdrücken. Aufhalten 3*


