20 Georg Volker.
Stube ſtehen und betrachtete mit großen Augen bald
den Hauptmann, bald deſſen ſonderbares Geſchäft.
„Aber, Herr Vetter— ich bin's ja!“ ſtam elte£
er endlich, als der Alte ſich noch immer nicht im mindeſten über ſeine Ankunft freuen wollte. Dann eilte der junge Soldat raſch auf ihn zu, beugte ſich zu ihm nieder, riß ihn mit Gewalt an ſein Herz, indem er ihn trotz allen Widerſtrebens tüchtig ab⸗ küßte.
„Weg da! Weg da! Du zertritſt mir die Ku⸗ geln!“ rief der Alte mürriſch, wobei ihm jedoch eine heimliche Freudenzähre in den grauen Wimpern
glänzte.„Sage mir erſt, was Dich hierher führt
und warum Du ſo in voller Armatur vor mir er⸗ ſcheinſt?“
„So wiſſen Sie nicht?“ erwiederte Paul betroffen, und gerieth einen Augenblick auf die Vermuthung der Hauptmann möge wohl ein wenig zu tief in's Gläschen geguckt haben.
„Was weiß ich? Heraus mit der Sprache?“ rief Dieſer auffahrend, und zum erſten Mal ſah er dabei zu Paul empor.
„Daß wir auf Erecution da ſind,“ verſetzte der Jüngling;„um Ordnung und Geſetz im Lande zu ſchützen und die Meuterer in Zaum zu halten.“


