Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

334 Georg Volker.

Seufzen, und gleich darauf vernahm auch Georg ein Raſcheln wie von dürrem Laube.

Annli ſchrak heftig zuſammen und rief:

Horch! Was war das? Haſt Du gehört?

Es wird ein Steinmarder geweſen ſein, oder vielleicht auch eine Eule, die puhſtete, verſetzte er.

Komm, komm, ſtammelte Annli, am ganzen Leibe zitternd.Du haſt recht, der Ort taugt nicht für mich, Eule oder Steinmarder, gleichviel, mir graut doch!

Und haſtig zog ſie den Freund durch den Epheu aus der dämmernden Grotte in's Freie vor den Fel⸗ ſen, den ein letzter Strahl des erlöſchenden Abend⸗ roths noch ſanft beleuchtete. Tief auf athmete Annli, indem ſie noch immer beklommen ſagte:

Gottlob, daß Du bei mir biſt! Solch' eine Angſt hab' ich noch nie zuvor an dieſem Ort em⸗ pfunden. Mir war es wirklich, als ſei ein Menſch dahinten verſteckt.

In Deinem Geheimniß? fragte Georg lächelnd. Ei, Annli, nun ſeh' ich erſt recht, daß es hohe Zeit war, Dich zur Vernunft zu bringen. Aber ebenſo iſt es auch hohe Zeit, daß wir den Rückweg antreten; denn ſieh, es dämmert ſchon unten im