Georg Volker. 333
„Alles, Alles, theurer Georg! O verzeih mir meine kindiſche Thorheit; ich ahnte ja nicht, daß ich Dir dadurch mißfallen könnte! Aber niemals will ich wieder hier heraufkommen, es ſei denn, daß Du
mich begleiteſt. Was brauch' ich auch jetzt noch die
Eulobe! Ich hab' ja Dich und Deine Liebe und
wo Du biſt, bin ich glücklich! Ja, Du ſollſt ſehen, Georg,“ ſagte ſie in entſchloſſenem Tone,„ich komme nie wieder hierher, nie, denn nun iſt ja doch Alles anders geworden.“
Gerührt drückte Volker das holde Weſen an ſein Herz, und Annli, den Arm um ſeinen Hals geſchlun⸗ gen, flüſterte leiſe:
„Georg, Georg! Wie bin ich nun erſt ſelig! Weiß ich doch kaum noch, was es war, das mich immer und immer in dieſe Grotte zog, als ſei es der einzige Ort in der Welt, wo ich hingehöre. Einſt⸗ mals, es ſind wohl drei Jahre her, bin ich dort auf dem Steine eingeſchlafen, es war ein ſchwüler Som⸗ mertag, über den Bergen ſtand ein ſchwarzes Gewit⸗ ter, das ich ſchon beim Heraufgehen bemerkt hatte, da träumte mir—“
Sie hielt plötzlich inne, denn deutlich hörte ſie
im dunklen Hintergrund der Höhle, dort, wo mehre
mächtige Felsblöcke übereinander lagen, ein dumpfes


