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Georg Volker. 331
eignen innerſten Lebens verkörpert. Georg ſah nur
das Krankhafte und Seltſame in Annli's Verehrung
für dieſen einſamen Ort; aber die heilige Scheu, womit ſie ihn jedes Mal betrat, die ſüßen Empfin⸗ dungen des Schauers, der Andacht und Rührung, die er ihr einflößte, das Alles ſah er nicht, und ſie ſelber wagte nicht ihm zu geſtehen, daß es hier und zumeiſt hier geweſen war, wo ſie ſich oft ſtunden⸗ lang den Träumen ihrer Liebe und Sehnſucht nach dem Geliebten überlaſſen hatte.—
Annli fühlte ſich beängſtigt, als Georg, nachdem ſie längſt verſtummt war, noch immer ſchweigend neben ihr ſaß und kein Wort zu alledem ſagte. Zu⸗ letzt fragte ſie ihn ſchüchtern, wie ihm die Eulobe gefalle, und da erſt brach er ſein Schweigen, indem er nicht ohne einen Anflug von Bitterkeit ausrief:
„Es gefällt mir hier ſo wenig, daß ich dringend wünſche, Du ſelbſt gehſt nicht wieder hierher! Kind! liebes Kind! Was ſind das für wunderliche Ge⸗ ſchichten! Wie kommſt Du dazu, Dich um die al⸗ ten Zigeuner und ihren Hokuspokus zu bekümmern? Deine Mutter, Gott verzeih' es ihr, that wahrlich nicht gut daran, Euch Kindern ſolche abergläubiſche Furcht einzuimpfen, als wenn ſie nicht ſelber eine Chriſtin geweſen wäre, ſo gut wie ihre Mutter und


