Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 329

aufgelöſt, die Arme ſchlaff herunterhängend und die Augen im todtbleichen Antlitz geſchloſſen, den eiſig⸗ kalten Stein umwandelte, auf dem wir Kinder nackt lagen, und jenes Lied des dunklen Wehes anſtimmte, daß mir grauſete vor den wilden Jammertönen, die immer herzzerreißender wurden, bis ſie zuletzt in ban⸗ gen wehmüthigen Klagelauten erſtarben. Dann riß ſie uns krampfhaft in die Höhe, und ſteckte dem Bruder ſowohl wie mir ein Epheublatt in den Mund, wobei ſie dumpfe Worte murmelte; ſie ſagte uns, daß der Epheu den Voreltern heilig geweſen und wer ein Blatt davon auf Baloſcha nehme, der ſei gefeyet vor Feuer, Waſſer und Peſt, könne zau⸗ bern, ſeinen Feind verderben und alle Menſchen für ſich gewinnen und ſeinem Willen unterthan machen; nach dem Tode aber werde ſeine Seele wieder nach dem herrlichen Palmenhain auf Zingala kommen, von wo die Voreltern ſtammten, und wo es keinen Haß und kein Baloſcha mehr gäbe.

Es iſt ſchwer zu ſagen, welchen Eindruck die ganze abenteuerliche Geſchichte auf Georg hervorrief. Er fühlte ſogleich mit richtigem Sinn das Krank⸗ hafte und Ueberſpannte in Annli's Vorliebe zu die⸗ ſem Orte dunkler Erinnerung heraus, und doch war auch er davon ergriffen, und in tiefinnerſter Seele