Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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tiefathmend hinzu und ſchmiegte ſich bebend an ihn, indem ſie ihr Antlitz an ſeine Bruſt verbarg.Doch ich fürcht' ihn nicht mehr, den ſchauerlichen Fluch, denn ich bin ja das Kind eines chriſtlichen Vaters, bin Deine Braut, Georg, und habe nach keinem Menſchen ſonſt in der Welt zu fragen. Aber um Gotteswillen, verrath' mich nicht an Paul! Er hängt an ſeinem Eid ſo feſt, wie, ich weiß nicht, an was ſonſt! Er würde, glaub' ich, eher ſeine Seele laſſen, als das Geheimniß von der Eulobe, und hörte er gar, daß ich es Dir verrathen, er würde mich verachten, mich verfluchen, ſeine Liebe würde ſich in Abſcheu gegen mich verkehren; o Georg, ge⸗ liebter Georg, ſag' dem Bruder niemals ein Wort davon! Tönt mirs doch ſelbſt noch zuweilen in's Ohr, der Mutter furchtbares Lied, und wenn ich auch kein Wort von der fremden Sprache verſtand, ſo war doch der Geſang ſo ſchauerlich, daß ich ihn niemals vergeſſen kann. Oft, wenn Nachts der Sturm im Gebirge heult, die Wälder ſo geiſterhaft rauſchen und der Wind durch die Schluchten ſeufzt, glaub' ich den alten Baloſchageſang wieder in den Lüften zu hören; oder ich ſehe auch wohl in bangem Traum der Mutter Geſtalt, wie ſie mit tief auf die Bruſt geneigtem Haupt, das ſchwarze lange Haar

Georg Volker.