Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 323

die Wipfel da unten fliegt. Ach, und hier, ſchau, Georg, der kleine Rothfink hat's auch gemerkt, daß es da oben was Liebes in der Stille zu pflegen giebt, dm baut er ſich auch ſein Neſtchen in die Brombeerhecken und ſingt den goldgrünen Eidechſen und den frommen ſtillen Blindſchleichen, die im Moosgeſtein hauſen und ſo zahm ſind, daß ſie mir die Mücken aus der Hand freſſen, zum Dank für das Heimathsrecht ſeine hellen Waldlieder vor. In der That war der Aufenthalt auf dem Eulo⸗ benkopf, hoch über den Wäldern, entzückend ſchön, und Georg betrachtete, in fteudiges Staunen verſunken, das abendgoldne Panorama der Landſchaft. Annli ſtand an ſeiner Seite, ſchweigend und gleichfalls ganz im Anſchauen vertieft; keins von ihnen ſprach ein Wort; erſt als Georg ſie ſanft an ſich ziehen wollte, gewahrte er, daß ſie fort war. Er ſah ſie nirgends und blickte verwundert auf der ſchmalen, ringsum freien Plateform des Felſens umher. Nirgends zeigte ſich auch nur das kleinſte Verſteck, und die Dorn⸗ hecken, welche auf der ſuͤdlichen Seite jedes Weiter⸗ ſchreiten von ſelbſt unmöglich machten, konnten ihm auch ihre Geſtalt nicht verbergen. Er ging ſuchend von einem Steinblock zum andern, und zuletzt, als

er ſchon mehrere Male ihren Namen gerufen hatte, 2*