Georg Volker.
als ein ebenſo großer und undenkbarer Frevel erſchie⸗ nen wäre.
„Hab' ich ihm mein Herz zu eigen gegeben auf ewig, ſo ſoll er auch dieſes Herzens heiligſtes Ge⸗ heimniß beſitzen; und iſt er mein Gott, ſo ſoll er auch den Tempel kennen, in dem ich bete,“ ſo ſagte ſich das ſchwärmeriſche Kind; und immer ſtärker, immer freier ſetzte ſich in ihr dieſer Gedanke zum Entſchluß feſt. Das Geheimniß der Eulobe fing an, ihr qual⸗ voll zu werden, und die Sehnſucht, es gleichſam zum Schutz vor ihrer eignen Untreue daran in des Freundes Seele niederzulegen, drängte ſie immer hef⸗ tiger zur Ausführung.
Sie erwartete von Georg des freudigſten Stau⸗ nens, der höchſten Ueberraſchung Stimme zu verneh⸗ men, und im Geiſte feierte ſie ſchon im voraus den Triumph einer Liebe, für die es kein anderes Glück, kein anderes Heiligthum mehr giebt, als eben nur die Liebe!—
Um durch nichts ſeine Ueberraſchung zu ſtören, hatte ſie ihm bloß geſagt, daß ſie ihn zu dem Platz im Walde führen wolle, wo ſie für ihn den Linden⸗ zweig in die Erde gepflanzt habe. Erſt an Ort und Stelle wollte ſie ihm dann die größere und wichti⸗ gere Entdeckung mittheilen.


