Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 317

kam es, daß er einſtmals unwillkürlich ſeinen Mund auf dieſe holden Hieroglyphen drückte, gerade ſo innig, ſo gluthvoll, wie auf derſelben Stelle einſt die keu⸗ ſcheſte Lippe geruht hatte.

Er erſchrak, das Blatt entfiel ſeinen Händen und haſtig verſchloß er es wie eine Sünde in das geheimſte Fach ſeines Schreibtiſches. Als Annli we⸗ nige Minuten ſpäter in die Stube trat, um ihn zu dem verabredeten Spaziergang nach dem Eulobenkopf abzuholen, an ſeinen Hals flog und ihm einen hei⸗ ßen Kuß auf die Lippen drückte, da war ihm ihr Kuß noch nie zuvor ſo glühend vorgekommen.

Georg! Georg! Ich bin nun über alle meine Furcht hinaus! rief das holde Kind mit ſtrahlen⸗ den Augen.Heute ſollſt Du Alles, Alles wiſſen, ich frage ſelbſt nicht mehr nach dem ſchrecklichen Ba⸗ loſcha!

Er ſah ſie zerſtreut an, hatte aber weder gehört noch verſtanden was ſie ſagte, und folgte ihr, ohne zu wiſſen, wohin ſie ihn führen wolle.

Wenn Eugenia mit heroiſchem Muthe alle Rück⸗ ſichten des Herkommens und der Gewohnheiten, die⸗ ſer im Leben oft ſo ſtarken Macht, bei Seite ſetzte, um den Freund vor den Nachſtellungen ihrer eignen

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