Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker.

über neuem Verbrechen brütet und dein Todfeind neue Tücke erſinnt zu deinem Verderben?

So ſprach ſein Herz, das einem gewiſſen fata⸗ liſtiſchen Glauben nicht abgeneigt war; und wir wollen es wahrlich keine Untreue gegen Annli heißen, wenn ihn bei ſolchen Betrachtungen das Bild des geliebten Mädchens manchmal mit Eugeniens tiefen klaren Augen anblickte und die Hoheit ihrer Erſchei⸗ nung, das bewußte ſichere Weſen reizend mit Annli's dunkelſchattiger Schönheit in eine Geſtalt zuſam⸗ menfiel.

Nein, einer Untreue, wie ſie das edle Herz nicht kennt, wäre Georg, ohne ſich ſelbſt, ohne der Wahr⸗ heit ſeiner Seele untreu zu werden, nimmer fähig geweſen; aber dennoch verkettete ſich der Gedanke an die junge Gräfin wunderbar und immer feſter mit dem an ſein Schickſal, als hätte ſie und nur ſie allein den Talisman in Händen, der die Schmerzen ſeiner Vergangenheit für immer in der Vergeſſenheit Reich bannen könne.

So kam es, daß die beiden Schlußworte des Briefes„Ihre Eugenia“ bald zu den geheimnißvoll⸗ ſten Tönen ſeiner Seele gehörten; daß, ſo oft ſein Auge auf ihnen ruhte, er ſich wie beſchirmt fühlte vor allen feindlichen Mächten dieſes Lebens; und ſo