Georg Volker. 15
den Sarg niedergleiten ließ, eine Hand voll Sand, wie aus Verſehen, hinter ſich, was ihm faſt alle Männer nachmachten, zum Zeichen, daß der Lebende des Todten nicht vergeſſen wird, noch auch deſſen, der dieſen gekränkt hat.
Volker war gleichfalls bei dieſer Beerdigungs⸗ feier zugegen und gelobte am Schluß derſelben am friſchen Grabe ihrers Erhalters der weinenden Wittwe und ihrem Häuflein kleiner Kinder, für ſie zu ſorgen und ihnen jederzeit ein treuer Freund und Beſchützer zu ſein; welche großmüthige Zuſage ihm die anwe⸗ ſenden Vorſtände der Gemeinde, zu der der Verſtor⸗ bene gehört hatte, mit lauten Dankbezeugungen ver⸗ galten, da ſonſt die verlaſſene Familie des Konrad Stein der Gemeindekaſſe zur Laſt gefallen wäre. So paart ſich beim armen Bauer Rührung und Eigennutz, und er iſt froh, wenn er ſeinem Nächſten in die Schuhe ſchieben kann, was ihm ſelber ſein chriſtliches Mitgefühl allzukoſtbar machen würde.
Wie geſagt, die Beerdigung des Wilddiebs war ohne alle Störung vor ſich gegangen, und dennoch hatte es ſeine eigene Bewandtniß damit. Die Bauern, die ſonſt ſo ſchwer vom alten Herkommen abzubrin⸗ gen ſind, überſahen bei dieſer Todtenfeier ganz deren eigentliche Bedeutung; und weil von vornherein alles


