12 Georg Volker.
was dieſem einen rechtlichen Anhalt zur Klage gegen Widerſetzlichkeit hätte bieten können. Mehrere tau⸗ ſend Menſchen, alle in ihren Trauerkleidern, waren an dieſem Tage von nah und fern herbeigeſtrömt und die meiſten Dörfer der Grafſchaft ſchienen wie ausgeſtorben, da ihre Bewohner nach Nellenburg ge⸗ eilt waren, um dem unglücklichen Konrad Stein das letzte Geleite zu geben. Der alte Bär hatte mit bei⸗ den Händen dieſe Gelegenheit ergriffen, ſeinem Tod⸗ feind, deſſen Schloß er nicht hatte berennen können, einen Streich zu ſpielen, der dieſen nicht nur vor den Augen der ganzen Welt als Urheber des Mor⸗ des bezeichnen, ſondern auch dem Verhältniß des Grafen zu ſeinen Unterthanen den härteſten Stoß verſetzen mußte. Die Beerdigung wurde darum von dem Hauptmann mit aller nur möglichen Feierlich⸗ keit angeordnet, und weil kein Geiſtlicher ſich zur Grabrede verſtehen wollte, ſo unternahm er ſelbſt das Geſchäft des Leichenpredigers. In der Uniform von Waterloo ſchritt er dicht hinter dem Sarge her, der mit allen möglichen Emblemen der edlen Waidmanns⸗ kunſt geſchmückt war. Die beiden älteſten Knaben des Wilddiebs führte er an der Hand, umgeben von den meiſten Schulzen, Rathösſchreibern und Gemeinde⸗ vorſtänden der Grafſchaft, denen ſich in einem end⸗


