Georg Volker. 11
das rauheſte Gemüth empörte ſich ob dieſer Frevel⸗ that; ſelbſt den Feigen und Unſchlüſſigen entflammte ſie zur Wuth, und der Name des Wilddiebs wurde von vornherein zur Abſolution für jede Art der Wiedervergeltung. Nur ein ſicherer Inſtinet hielt das über die Maßen empörte Volk noch ab, ſich in offen⸗ barer Gewalt gegen ſeinen Bedrücker aufzulehnen; aber das Loſungswort war einmal gegeben; und wenn auch Jeder für's Erſte die Hand bloß grimmig im Sacke ballte, ſo wußte er doch, daß ſein Nachbar desgleichen that; kurz, die Verſchwörung war einge⸗ leitet, denn ſie ſaß in jeder Bruſt, trug ſich bald von Hütte zu Hütte bis in die entfernteſten Bergdörfer, Kinder und Greiſe blickten feindlich zu dem ſtolzen Schloß empor und der Männer düſteres Schweigen war nicht minder unheilverkündend. Alte Feinde ver⸗ ſöhnten ſich, langjährige Prozeſſe, bis auf's Blut verhandelt, wurden im friedlichen Vergleiche beigelegt, kurz, Alles weiſſagte, daß der Bauer, der niemals gerne an Zweierlei feſthält, ſich zu etwas Rechtem anſchickte, wenn auch Niemand. ſagte, worauf es eigentlich abgeſehen war.
Schon bei der Beerdigung des Wilddiebs gab ſich dieſe allgemeine feindliche Stimmung gegen den Grafen kund, obgleich im Grunde nichts geſchah,
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