Teil eines Werkes 
2. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4 Georg Volker.

Erlebten und Wirklichen, die Einbildungskraft hinter den Erinnerungen zurückbleibe, die uns allen noch in friſchem Gedächtniß leben. Wir zogen es vor, um für unſere Schilderungen einen Reiz zu gewinnen, der ebenſowohl die Phantaſie befriedigt, als er die hiſto⸗ riſchen Grundzüge des gewaltigen Bildes feſthält, welches das Jahr 1848 vor unſeren Augen entrollt hat, über dem Wirklichen und Erlebten noch ein Hö⸗ heres anzuerkennen, das dem Dichter, er mag ſich nun ſeinen Stoff aus der Gegenwart holen, oder denſelben den fernſten Jahrhunderten der Geſchichte entnehmen, niemals fehlen ſollte; und dieſes Höhere iſt eben die dichteriſche Wahrheit im Gegenſatz zu der hiſtoriſchen; jener lebendige Gotteshauch, der durch alle Zeiten geht, den Blüthenduft vom Baum der Menſchheit durch alle Regionen verbreitet, und den Geiſt, der ihn lebendig erfaßt, über der Gegenwart düſtere Nebel hinaus, mit der Zukunft hellem Auge ſchauen läßt, was in dieſer Gegenwart Dauer ver⸗ ſpricht und was in und mit ihr untergehen wird. Darum und weil wir in unſerer Gegenwart ein Gro⸗ ßes und Cwiges anerkennen, das dieſer Zeit Stürme und Wetter überdauern und ſich dereinſt einem glück⸗ lichern Geſchlechte in ungetrübtem Beſitze enthüllen wird, darum wollen auch wir an dem frohen Hoffen

4