Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 261

fem Purpur, bald in hellem Carmoiſin. Weithin leuchtete das prächtige Feuerbild der Nacht durch die Landſchaft, und der dunkle Eulobenfels ſtand wie ein Rieſenhaupt, glorienumſtrahlt, in der majeſtäti⸗ ſchen Beleuchtung.

Lange betrachtete Volker, in ſtaunendes Anſchauen verſunken, die ſeltne Naturerſcheinung, als plötzlich ferne Glockentöne, vom Nachtwind herübergetragen, an ſein Ohr ſchlugen, ein Zeichen, daß man ſich ir⸗ gendwo durch das Nordlicht hatte täuſchen laſſen und daſſelbe für den Widerſchein eines Brandes hielt. Bald läutete es auch in andern Orten des Gebirges, und Georg unterſchied deutlich am wohlbekannten Klang die Glocken der einzelnen Dörfer. Zuletzt er⸗ tönte auch in Nellenburg die Feuerglocke.

Er konnte ſich nach all den Erſchütterungen dieſes Tages eines angſtvollen Eindruckes nicht erwehren, als ſo das Glockengeläute, wie Geiſterſtimmen, bald näher, bald entfernter durch die Stille der Nacht er⸗ tönte. Es lag für ihn etwas unheimlich Propheti⸗ ſches in dieſen bangen Klängen, die ein Unglück ver⸗ kündigten, das doch in Wahrheit nicht eriſtirte; und wir wollen es ihm in der Aufregung ſeines Gemũ⸗ thes nicht als krankhaften Nervenreiz oder gar als blinden Aberglauben auslegen, wenn er zuletzt unwill⸗