Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 2⁵9

Grauen in die Träume ihres ahnungsloſen Herzens ſo bange Klagetöne und Wehelaute miſchte.

Ein kalter Angſtſchweiß trat ihm bei dieſer Vor⸗ ſtellung, die ſo natürlich aus der eignen Noth ſeines Lebens in die fremde hinübergriff, auf die Stirn, und das in Fiebergluth pochende Haupt feſt wider des Baumes rauhe Rinde drückend, ſtammelte er:

O Eugenia! Wie weit reicht Deine Kenntniß

von dem Jammer in meiner Bruſt? Hat es Dir

nur ein banger Traum während des Schlummers in die Seele geflüſtert, oder hat Dein ſcharfes Auge, heller als das meinige, die Miſſethat der Hölle ganz durchſchaut, die auch mein Daſein vernichtete?

Die furchtbare Gewalt dieſer Vorſtellung raubte ihm faſt die Beſinnung; ſein Herz flüchtete ſich vor ſolchen Bildern, und kraftlos, tieferſchöpft lehnte er ſich an den Stamm der Marienlinde, deren knospende Zweige der Nachtwind tönend an einander ſchlug. Allmählig verſank er in jenen halbwachen dämmern⸗ den Zuſtand, in welchem uns unſre Seele gleichſam verlaſſen zu haben ſcheint, um außer uns, in fernen unbekannten Räumen der Unendlichkeit den guten Engel unſres Lebens aufzuſuchen und ihn uns als Lichtboten zum Troſt und Frieden des umnachteten Gemüthes zurückzuführen.

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