Georg Volker. 235 ſtrom, in die Erregung ſeines Innern hineinrede⸗ ten. Bald ergriff ihn die bitterſte Reue über das Geſchehene, bald war ihm wieder zu Muthe, als hätte am heutigen Tage ein jahrelanges dunkles Ge⸗ ſchick, gegen das er vergebens ſein Leben hindurch angekämpft, ſeine Verkettungen in neuem, noch un⸗ auflösbarerem Knoten zuſammengeknüpft; die heftige Scene mit dem Grafen verſetzte ihn in ſeiner Ver⸗ gangenheit fernſte Jahre zurück, während die Begeg⸗ nung mit Eugenien ihm wie ein helles Bild im dun⸗ klen Rahmen der Zukunft entgegentrat und ſeine Seele plötzlich wie mit lauter neuen, ungekannten Träumen überſchüttete. Er wurde zuletzt durch alle dieſe Betrachtungen und Rückerinnerungen ſo aufge⸗ regt, daß er mehrmals ſtill ſtehen und tief Athem ſchöpfen mußte, ſo ſehr war ſein Blut in Aufruhr, und das Blut iſt ja eben der Menſch in uns, der ſtarke wie der ſchwache, der hoffende wie der ver⸗ zagende.
Endlich hatte er des Berges Höhe erreicht, leich⸗ ter athmete ſeine Bruſt und ein friſcher Hauch von
Weſten kühlte ihm labend die heiße Stirn An der
Marienlinde blieb er ſtehen und lehnte ſich an ihren Stamm; des Ortes milder Zauber feſſelte ſeine Schritte und eine weiche Wehmuth beſchlich ſein Ge⸗
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