Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

254⁴ Georg Volker.

hätte nicht wärmer und wonniger ſein können, als ſie heute es war, wo doch erſt Alles in der Natur zum Leben erwachen ſollte und nur hier und da jun⸗ ges Grün an Büſchen und Hagen ſich zeigte.

In Georg's Seele war nach dem Sturm der letzten Stunden noch Alles in einer fieberhaften Auf⸗ regung, und verworren durchwogten ihn die verſchie⸗ denartigſten Empfindungen. Er war nun einmal nicht dazu geſchaffen, ſo mächtige und einander wi⸗ derſtreitende Eindrücke, wie ſie ihm dieſer Tag ge⸗ bracht, ſchnell zu überwinden und ſich von beängſti⸗ genden Gefühlen frei zu machen. Was für ihn im äußern Erlebniß ein Moment, das wurde im Nach⸗ erleben zu Stunden und Tagen, und wie ſicher und ruhig ihn auch meiſt das Außergewöhnliche erſchei⸗ nen ließ, um ſo tiefer durchdröhnte es doch ſein In⸗ neres und durchzitterte noch lange nachher alle Ae⸗ corde ſeiner Seele.

Auch heute wogten ſo die wechſelnden Ereigniſſe und Eindrücke des Tages durch ſeine Bruſt, ohne daß er ſich längere Zeit im wilden Drang ſeiner er⸗ ſchütterten Gefühle einer deutlichen Vorſtellung be⸗ wußt geworden wäre. Dazu kam noch die Stille der äußern Welt um ihn und der Nacht leiſe Stim⸗

men, die wie Schilfgeflüſter in rauſchendem Wogen⸗