2¹8 Georg Volker.
Pfeil des Gottes mit den Seheraugen das innerſte Leben getroffen. Erſt als Leute von der gräflichen Dienerſchaft ihm näher kamen, die den zertrümmerten Spiegel fortſchafften, wankte er wie traumestrun⸗ ken, die breite Marmortreppe hinunter, nicht ohne einige Mal ſtehen zu bleiben, denn er fühlte ſich wie gelähmt an Leib und Seele. Im Hofe empfin⸗ gen ihn die Bauern mit lautem Jubel, verſtummten aber ſchnell, als ſie ſein blaſſes Antlitz ſahen und die Verſtörung in ſeinem ganzen Weſen bemerkten. Schweigend beſtieg er ſein Pferd, winkte den Bauern zum Abzug und war ſelbſt der Letzte der ungebetenen Gäſte, welche den Hof verließen.—
Unterdeſſen waren Diejenigen, welche, von einer zahlreichen Volksmenge geleitet, den verwundeten Wilddieb in's Dorf hinuntertrugen, Zeugen eines ebenſo unerwarteten als lebhaften Auftrittes. Ohn⸗ gefähr in der Hälfte des Schloßwegs kam ihnen nämlich der alte Hauptmann von Bärenhorſt entge⸗ gen, und zwar nicht nur in voller militairiſcher Uni⸗ form mit dem großen dreieckigen Federhut quer auf dem Kopfe, ſondern auch im abenteuerlichſten Aufzug von der Welt. Wie eine lebendige Rüſtkammer keuchte er daher, beladen mit allen Attributen des Krieges, als: Büchſen, Flinten, Piſtolen, und hatte nicht we⸗


