246 Georg Volker.
thaten abzuhalten. Endlich glückte es ihm, die Bau⸗ ern aus den innern Räumen des Schloſſes zu trei⸗ ben, der Wilddieb wurde ihnen ausgeliefert; aber es war nur noch ein ſterbender Mann, denn die Kugel ſaß ihm tief im Hinterhalſe und an Rettung war wohl kaum zu denken.
Eben wollte Volker, den der Anblick des Ver⸗ wundeten auf das Heftigſte erſchüttert hatte, die Treppe hinuntergehen, als plötzlich Eugenia, bleich wie der Tod und mit von Entſetzen entſtellten Zügen, ihm entgegenflog und in ſeine Arme ſtürzte.
„Volker— um Gotteswillen— wer hat Sie hier⸗ hergeführt!“ ſtammelte ſie mit allen Zeichen des tief⸗ ſten Schreckens.
Der junge Mann, die liebliche Geſtalt an ſeiner Bruſt, war unvermögend, ein Wort zu ſprechen. Er fühlte einen Augenblick, wie ihr warmer Athem ſeine Lippe berührte, er empfand den Druck des zitternden Buſens an ſeinem Herzen, feſter, inniger umſchlang ihn ihr Arm und tiefathmend flüſterte ſie:
„Volker! Volker! Ich weiß Alles— ich kenne Ihr ganzes Schickſal— ein Wunder des Himmels zeigte mir die Ihnen drohende Gefahr— Sie ſind der edelſte Menſch— o haben Sie Mitleid— das was ich ſcheine, bin ich nicht, ſo wahr Gott im


