Georg Volker. 24¹
zurüͤck, und wer darauf geachtet hätte, würde wahr⸗ genommen haben, daß ihr in dieſem Augenblick ſo wenig wohl zu Muthe war, wie dem Grafen und ſeinem Amtmann.
Erſterer gewann jedoch allmählig ſeine hochgräf⸗ liche Contenance wieder; und wenn er auch, im ſon⸗ derbaren Gegenſatz zu ſeinem bisherigen Ton gegen
Volker, nicht mehr für rathſam fand, dieſen noch
fernerhin perſönlich zu beleidigen, ſo erwachte dafür ſeine Wuth gegen die meuteriſchen Bauern in ver⸗ doppeltem Grade und der ſo tief beleidigte Stolz des Odenwälder Selbſtherrſchers kannte in ſeinem Grimme keine Gränzen mehr. Eben hatte er ſich mit allen ſeinen Ehren und Parolen hoch und theuer vermeſſen, er werde keinen Fuß breit von ſeinem Willen abge⸗ hen, als plötzlich der mit erneuerter Stärke ausbre⸗ chende Tumult im Hofe ihn daran erinnerte, daß noch ein anderer Wille exiſtire, ein Wille, der dies⸗ mal ausnahmsweiſe ungleich größeres Gewicht hatte, als der des gebietenden Herrn. Bald lärmten und tobten die Bauern noch ärger als zuvor; der Graf lief wie raſend im Saale auf und ab, der Amtmann immer einige Schritte rathlos hinter ihm her, der weibliche Theil des Schloßgeſindes jammerte, trotz
der ſtarren unbeweglichen Haltung der Gebieterin, . 16


