Georg Volker. 237
tiefen und gerechten Entrüſtung, in die Schranken der Selbſtbeherrſchung und der Geſetzlichkeit zurückzu⸗ führen. Ja, Herr Graf, ich gehöre zu dieſem Volke und will in ſeinem und der Menſchlichkeit Namen Sie bitten und beſchwören, den Unglücklichen frei zu geben, damit wir Alles zur Rettung ſeines Lebens verſuchen, das ja doch, und wär er noch ſchuldiger als er iſt, immer ein Menſchenleben bleibt, ſo gut, wie das Ihrige, wie das meinige! Sie haben ihn im Walde auf der That ergriffen, Sie haben— Gott wird darüber richten!— den unglücklichen Mann, einen Familienvater von fünf Kindern, der ſeine Flinte von ſich warf und flehend Ihre Kniee umfaßte, erſt gehen heißen, und dann, als er freudig und Ihrer Gnade dankend, von dannen eilen wollte, da haben Sie ihm eine Kugel nachgeſchickt! Und nun, nun laſſen Sie ihn noch immer gefeſſelt dalie⸗ gen, ohne Hülfe, wo vielleicht noch Hülfe möglich, und die Qual des Unglücklichen rührt Sie nicht! Ha, Herr Graf von Nellenburg,— hier bebte Georgs Stimme;„Sie am beſten wiſſen, daß mir ſchaudern muß, daß hier— er drückte krampfhaft die Hand auf' Herz— des armen Wilddiebs Schick⸗ ſal einen furchtbaren Schmerz weckt, einen Schmerz der eigenen Wunde— o laſſen Sie mich nicht weiter


