234 Georg Volker.
Gardine zu ſpähen, erblickte ſie zwar den ganzen Schloßhof mit Menſchen angefüllt, Viele darunter mit Senſen, Aexten und Heugabeln bewaffnet, ſonſt aber Alle ſchweigend aufhorchend zu dem Manne, der auf ſchweißbedecktem Roſſe in der Bauern Mitte hielt, und ſo laut zu denſelben redete, daß manches ſeiner Worte von den oben im Saal athemlos Lau⸗ ſchenden deutlich verſtanden wurde. Der Redner aber war Niemand anders als Volker, der junge Beſitzer des Grabenhoſs, welcher eben noch zur rechten Se⸗ cunde anlangte, um ſeinen vielgeltenden Einfluß auf die Bauern zum Schutz des bedrohten Schloſſes aus⸗ zuüben. Er ſprach lange und mit großem Nachdruck vom Pferde herunter, und keine Stimme, keine Wi⸗ derrede unterbrach ihn. Erſt, als er geendet, erſcholl ein unbeſchreiblicher Jubel; unter dem donnernden Zuruf der Bauern hoben ihn Einige der Stärkſten vom Pferde und trugen ihn auf den Armen nach der zertrümmerten Schloßthür. Hier wandte ſich Volker noch einmal zurück, winkte mit der Hand den Nachdrängenden Ruhe zu, und ging allein in das Schloß, die harrende und ihm vertrauende Menge im Hofe zurücklaſſend.


