Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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230 Georg Volker.

Fichtenzweigen zuſammengeflochtenen Tragbahre den an Händen und Füßen geknebelten todtbleichen Mann, ein Bild des Entſetzens und der unmenſchlichſten Mißhandlung; denn das mit Blut getränkte Hemd verrieth nur allzudeutlich, daß es der unglückliche Wilderer war, welchen des Grafen Kugel im Bu⸗ chengrundner Wald erreicht hatte. Ihm galt der verzweifelte Kampf. Endlich glückte es den Gräflichen, den halbtodten Mann in den Schloßhof zu zerren, und es handelte ſich nun darum, das Thor gegen den wüthenden Andrang der Bauern zu ſchließen. Doch vergebens! Die Ueberzahl war zu groß und mit Gewalt bra⸗ chen die Bauern das ſchon halb geſchloſſene eiſerne Gitter auf, ein wüthender Schlag mit einem Knüt⸗ tel traf den muthigſten von des Grafen Jägern ſo heftig in's Genick, daß er betäubt niederſtürzte, und die Uebrigen eben nur noch Zeit hatten, ihn ſammt dem Wilddieb in das Innere des Schloſſes zu flüch⸗ ten und die ſchwere eichene Thür zu verrammeln. Augenblicklich donnerten die Aerte der Bauern gegen dieſelbe, der Tumult im Hofe war furchtbar, und die Angreifenden, jetzt ſchon an hundert Köpfe ſtark, machten Miene, durch die unbeſchützten Fenſter des untern Stockes in die innern Räume einzudringen.