Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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228 Georg Volker.

abzuhalten, ihr viele Artigkeiten zu erweiſen,“ ſagte der Amtmann.„Aber als ein rechter Sonderling liebt er auch das Sonderbare und ſo iſt's vielleicht hier gerade die Herkunft der kleinen Here—“

Er endete nicht ſeine Rede, denn vor ihm ſtand plötzlich, groß und ſicher, wie eine ſtrafende Nemeſis, Eugenia, und ihr Auge ruhte durchbohrend auf dem Verleumder der Unſchuld, der vergebens ſeine Ver⸗ wirrung hinter einem ſtaunend fragenden Blicke zu verbergen ſuchte.

„Was haſt Du, liebes Kind?“ fragte die Gräfin verwundert über die ſtumme, faſt drohende Haltung, mit welcher Jene den Amtmann firirte.

„Nichts, liebe Mathilde,“ verſetzte ſie nach einer Pauſe mit bebender Stimme und einem unbeſchreib⸗ lich verächtlichen Blicke auf den Amtmann.„Ich wollte nur dieſem Menſchen da einmal recht tief in's Auge ſehen, um zu wiſſen, wie der größte Schurke von der Welt meinen Blick erträgt. Nun ſiehſt Du's, daß er ihn nicht erträgt!“ rief ſie mit heller Stimme, während eine dunkle Gluth ihr Antlitz überflammte, und verließ dann mit einem krampfhaften Gelächter, das der Gräfin durch Mark und Bein zitterte, feſten Schrittes den Saal, ohne ſich noch einmal nach den beiden Zurückbleibenden umzuſehen.