Georg Volker. 227
nah und fern anſchloſſen, hinaus, die Schützen und Jäger vertheilten ſich mit ihren Hunden im Gebirge und zur beſtimmten Stunde brachen die Treiber von allen Seiten in den Wald ein. Bis zum Mittag dauerte die Jagd und drei der braunen Gauchdiebe wurden glücklich erlegt; niemals hat man wieder von einem Zigeuner in der Grafſchaft gehört, wie weggeblaſen war die ganze Horde, bis auf ein klei⸗ nes Mädchen, das man ſpäter noch im Walde fand und welches die hochſelige Urgroßmuttter des Herrn Grafen in den Lehren der chriſtlichen Religion un⸗ terrichten ließ.“
„Ah recht, dieſelbe Zigeunerin, von der wir noch einen Abkömmling im Dorfe haben, das Kind des verunglückten Förſters Werle,“ ſagte die Gräfin.
„Dieſelbe,“ verſetzte der Amtmann und fügte, in⸗ dem er ſich mit leiſe zuckendem Finger ein Stäubchen vom Rockärmel wegklopfte, hämiſch lächelnd hinzu: „Die Race haben wir noch und iſt auch danach.“
„Es ſoll eine wunderſchöne Perſon geweſen ſein dieſe Zigeunerin,“ fuhr die Gräfin fort, die Leo's letzte Worte überhört hatte.„Selbſt ihre ſchwarz⸗ äugige Urenkelin, die kleine Annli, wie ſchön wäre ſie nicht, wenn man ihre Abkunft nicht wüßte.“
„Das ſcheint indeſſen den Herrn Volker nicht 15*


