226 Georg Volker.
als alle Geſetze, Edicte und Verbote gegen den Wild⸗ diebſtahl.“
„Die Ratten vertilgt man betannlich nur aus einem Bau, wenn man eine lebendig auf der Kohlen⸗ pfanne röſtet,“ ſagte der würdige Prieſter der The⸗ mis mit teufliſchem Grinzen.„Ich erinnere mich noch recht wohl, gehört zu haben, wie der hochſelige Urgroßvater unſres Herrn Grafen, Graf Bodo, ein ſtrenger aber gerechter Herr, drei Zigeuner auf einer zu dieſem Zweck veranſtalteten Treibjagd erlegte. Die⸗ ſes land⸗ und herrenloſe Geſindel hatte nämlich zu Anfang des vorigen Jahrhunderts dergeſtalt im Oden⸗ wald überhand genommen, daß kein Menſch ſeines Eigenthums, ja nicht einmal ſeines Lebens mehr ſicher war. Bald einzeln, bald in Banden durchzo⸗ gen ſie das Land, überfielen Nachts die einſam lie⸗ genden Bauernhöfe und lauerten am Tage an den Straßen auf die Reiſenden, die ſie bis auf's Hemd plünderten. Da entſchloß ſich Graf Bodo, dem Un⸗ weſen mit einem Schlag ein Ende zu machen. Heim⸗ lich wurden alle Gemeinden der Grafſchaft aufgebo⸗ ten, daß ſie in nächtlicher Weile den großen Wald umſtellten, in welchem die Zigeuner hauſten, und als der Tag graute, ritt der Herr Graf mit einem zahlrei⸗ chen Jagdgefolge, dem ſich viele hohe Herren von


