Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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220 Georg Volker.

Der Gräfin, welche ſich dem Arzte vollſtändig ver⸗ traute, beſtätigte dieſer ihre Vermuthung, daß eine heftige Gemüthserſchütterung die Nerven übergewal⸗ tig aufgeregt habe; und das weinende Kammermäd⸗ chen geſtand auf wiederholtes Drängen, daß die junge Gräfin ſchon mehrere Nächte hindurch kein Auge ge⸗ ſchloſſen, ſelbſt in der letzten nicht zu Bette gegangen, ſondern bis zum Morgen regungslos am Tiſch ge⸗ ſeſſen und beſtändig in die Lampe geſtarrt habe.

So war denn Gräfin Mathilde jetzt wenigſtens darüber im Klaren, daß ſie ſich nicht getäuſcht hatte, als ſie in Eugenien eine Verwandlung entdeckte, de⸗ ren Urſache ſie gleich anfangs im Gemüth geſucht hatte. Da jedoch der Arzt die äußerſte Vorſicht und Schonung anempfahl, wagte ſie ferner nicht mehr auch nur den leiſeſten Argwohn blicken zu laſſen, ſondern war einzig darauf bedacht, durch die zärtlichſte Pflege zu zeigen daß ihr, mehr als an Eugeniens Geheimniß, an der Sorge für der theuren Couſine Leben und Geſundheit gelegen ſei. Sie wich nicht von dem Krankenlager, bis ſie nach einigen Tagen die tröſtliche Gewißheit erlangt hatte, daß alle Ge⸗ fahr verſchwunden und Eugenia mit raſchen Schrit⸗ ten der Geneſung entgegen ging.

Wirklich erholte ſich dieſe auch ſchneller, als nach