Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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Georg Volker. 249

ſchütterung ihres Innern ertragen, ſchien es, als wolle ihre letzte Faſſung ſie verlaſſen; denn eines Morgens, als ſie vor die Gräfin trat, war ſie todtenbleich, und aus erloſchenen Augen ſtarrte die Verzweiflung. Stummes Schweigen und nur zuweilen ein heftiges Zuſammenſchaudern war Alles, was ſie auf die be⸗ ſorgten Fragen und die Thränen der Gräfin erwie⸗ derte. Endlich brach der gewaltſam zurückgehaltene Schmerz ſich Bahn; die Natur, gütiger als der Wille, verſagte ihren Dienſt zu dieſer ungeheuren Prüfung, Eugenia ſank, als ſie ſtumm aus der Gräfin Zim⸗

mer wanken wollte, zuſammen und mehrere Stunden

lang lag ſie kalt wie eine Leiche da. Jammern und Wehklagen erfüllte das ganze Schloß, ſchon hielt man ſie wirklich für todt, als ſie noch vor der Ankunft des zufällig abweſenden Arztes zum Bewußtſein zu⸗ rückkehrte. Sonderbar benahm ſich bei dieſem er⸗ ſchütternden Auftritt der Graf, welcher ganz den Kopf verloren zu haben ſchien; er weinte wie ein Kind und gebehrdete ſich noch troſtloſer als die Gräfin, die ſelbſt einer Ohnmacht nahe war.

Endlich erholte ſich Eugenia unter den Bemühun⸗ gen des Arztes, der ihr ſogleich eine Ader geöffnet hatte. Das Blut war dunkel, als wiſſe es von der

Sorge zu erzählen, die auf Eugeniens Seele laſtete.