Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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2 18 Georg Volker.

Das war die Stunde der Trauer geweſen, wo Eugenia zum erſten Mal den ſchneidenden Schmerz empfand, mit dem ſich eine reine Seele von dem Himmel ihrer Kindheit losreißt, und mit der Kennt⸗ niß von der erſten Schuld in dieſer Schuld unſeliges Walten verflochten wird; das war aber auch zugleich die Stunde der Prüfung für ſie geweſen, eine Prüfung, die ſie mit eben ſo viel ſeltnem Heroismus als echt weiblicher Klugheit beſtand.

Und nach dieſer Stunde ſehen wir ſie wieder, vom Scheitel bis zur Sohle ein anderes Weſen, ern⸗ ſter und feierlicher in all ihrem Thun und Reden, dabei ſo feſt und ſicher in ihrem ganzen Auftreten, als wiſſe ſie, daß ſie ein anderer Menſch geworden, der etwas Großes gewagt und vollführt hat, wovon außerihr Niemand weiß als Gott und der— den ſie gerettet hat.

Aber ſein Dankgebet findet nur den Weg zum Himmel, und vergebens ſucht er auf Erden die ret⸗ tende Hand, die ihn vor Unheil bewahrte.

Der Gräfin ſcharfem Auge war dieſe ebenſo plötz⸗ liche als unerklärliche Verwandlung mit der Couſine nicht entgangen; aber vergebens forſchte ſie nach der Urſache hiervon und beobachtete ſie auf Schritt und Tritt. Erſt als Eugenia einige Tage mit mehr als menſchlicher Kraft und Seelenſtärke die furchtbare Er⸗