Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
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2¹6 Georg Volker.

affectirten Vornehmheit und der fürſtlichen Repräſen⸗ tations⸗Sucht bildete, womit man an den alten Satzungen vom„Regentenhaus“ feſthielt; Eugenia ſah dieſe kümmerliche Eriſtenz eines zu lebendigem Tode verurtheilten Standes, der ſich vergebens an dem übrig gebliebenen Flitter ſeiner ehemaligen Reichs⸗ unmittelbarkeit für das goldne Zeitalter ſeines wirk⸗ lichen Glanzes zu entſchädigen ſuchte; und bald ſchon fühlte ſie ſich darum mit ihrem warmen, reichen Ge⸗ müth einſam und unverſtanden in dieſem Kreis der kleinlichſten Berechnungen, Vorurtheile und Selbſt⸗ täuſchungen, den ihr das Schickſal, um welches ſie doch von Tauſenden beneidet wurde, angewieſen hatte und welchem zu entrinnen, das fühlte ſie, faſt ebenſo ſchwer war, als ihm anzugehören. Sie lernte außer⸗ dem an den meiſten ihrer Standesgenoſſen faſt durch⸗ gängig dieſelben Eigenſchaften und Anſichten kennen, welche den Grafen und die Gräfin charakteriſirten, und ſie ſah wohl im ganzen Jahre keinen einzigen „Ebenbürtigen“, der ihr eine vortheilhaftere Mei⸗ nung von dem Stande beigebracht hätte, welcher ſich von den alten geſtürzten Titanen der Mythologie nächſt Anderm hauptſächlich dadurch unterſcheidet, daß er ſeinen Groll nicht ſowohl im Feuerſpeien als im Windmachen Luft verſchafft.