21⁴ Georg Volker.
ſchönen, von Natur unendlich weichen Gemüthe ſchon frühe der Grund zu jener innern Disharmonie der Weltanſchauung gelegt wurde, an der wir ſpäter dieſes ſeltne Weſen mit ſeiner beſten Lebenshoffnung werden ſcheitern ſehen; denn weit entfernt, daß der Gräfin unglücklicher Einfluß Eugenien in ihrer tie⸗ feren Gemüthsentwickelung ſchädlich wurde, diente er bloß dazu, ihr ſchon frühe die Schatten auf den Höhen des Lebens zu zeigen und ihre Seele voll Innigkeit und ſchwärmeriſcher Gefühlswahrheit in jene ſelbſtſtändige Richtung hineinzudrängen, mit der ſie unmöglich die ihr von den Verwandten zugedachte Beſtimmung erfüllen und verbinden konnte.
Da jedoch die pſychologiſche Entwickelung dieſes Charakters zu tief in die äußern Begebenheiten unſter Geſchichte eingreift, ſo unterlaſſen wir hier mehr zu ſagen, als für den Leſer zum Verſtändniß Eugeniens ſchon jetzt nothwendig iſt. Denn das, was ſie bis zu dieſer Stunde war, verſchwindet entweder ganz aus ihrem Weſen, oder wird ihr doch ſelbſt zumeiſt zum unerklärlichen Räthſel, ſobald die erſte tiefere Wahrheit des Schickſals an ihr Herz klopft, und die Seele ihre Kraft daran erprüfen ſoll.
Bis jetzt glich ihre Jugend einem Traume unter Blumen, und ſo ſehr auch die Gräfin ſich Mühe


