Teil eines Werkes 
1. Band (1851)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

——

Georg Volker. 2¹³ über ſtand die neunzehnjährige Eugenia, der Gräfin Couſine, die ſie, nachdem ſie das adelige Fräulein⸗ ſtift verlaſſen, wo ſie nach dem Tode ihrer Eltern die erſte Erziehung genoß, zu ſich auf das Schloß ge⸗ nommen hatte.

Eugenia war die einzige Erbin eines der reich⸗ ſten und älteſten Adelsgeſchlechter Süddeutſchlands, und wurde darum von dem Grafen und der Gräfin, da dieſe ſelbſt kinderlos waren, als ein Gegenſtand ihrer vornehmſten Aufmerkſamkeit und Sorgfalt be⸗ handelt. Denn noch mehr als das Schweſterkind war es das Glückskind, von deſſen glänzender Zu⸗ kunft ſich Beide für ihren Stolz wie für den Ruhm und das Anſehen des eignen Hauſes, die glänzendſte Ausbeute verſprachen, weshalb denn auch nichts verſäumt wurde, um in Eugeniens Bruſt ſchon frühe das Gefühl der Dankbarkeit und kindlichen Anhäng⸗ lichkeit zu pflanzen, ein Gefühl, das ja bei edlen Herzen ſo leicht und ſicher Wurzel ſchlägt. Aber eben darum, weil Eitelkeit und Egoismus die Haupt⸗

triebfedern dazu waren, war auch Eugeniens Erzie⸗

hung keine wahre und glückliche geweſen, ſondern alle Eindrücke und Lehren, die ihre junge Seele von dieſer Seite erhielt, trugen das Gepräge von der Gräfin Eitelkeit und hochſtrebenden Plänen; wo durch in dem