Georg Volker. 15
und entſprach mit ſeinen weiten Räumlichkeiten der Größe der übrigen Beſitzung. Es war, wenn auch älter als die andern Gebäude, dennoch von Außen und im Innern ſo wohnlich und geſchmackvoll her⸗ gerichtet, daß es eher einem Edelſitze als der Behau⸗ ſung eines bürgerlichen Landwirths ähnlich ſah. Selbſt ein ſteinernes Wappen über der Thür, zu welcher eine breite, mit eiſernem Geländer verſehene und Sommers von mehreren alten Akazienbäume beſchat⸗ tete Steintreppe fuhrte, fehlte nicht; und die Krone in dem Wappen bekundete, daß der Grabenhof einſt wirklich adeliges Beſitzthum geweſen und, wie wir ſpäter ſehen werden, auch noch jetzt ein Recht hatte, an dieſem altehrwürdigen Zeichen der Heraldik feſt⸗ zuhalten.
Während die unteren Räume des Hauſes Jung⸗ frau Veronika, die alte Schaffnerin Volker's, inne hatte und von hier aus ein ſtrenges Regiment über das übrige zahlreiche Geſinde der Wirthſchaft mit ebenſoviel chriſtlicher Sanftmuth als mennonitiſcher Genauigkeit führte, bewohnte der junge unbeweibte Beſitzer des Grabenhofs den obern Stock für ſich al⸗ lein, im Vollgenuß eines Glückes, das, wie Germa⸗ nos ſchon am Abend vorher richtig bemerkt hatte, durch den Werth der Einſamkeit erſt die rechte phi⸗
„


