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Der Tannenschütz : Weihnachts-Novelle für 1851 / von Otto Müller
Entstehung
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blendend überſchimmerte, duzu die ſchwarzen Trauer⸗ geſtalten, die bunten Blumen und das einförmige

irchenlied der hellen Jugendſtimmen, welches der alte

Dorſſchullehrer nach jeder Strophe von neuem an⸗ ſtimmte alles das im Verein mit der Betrachtung des wahrhaft tragiſchen Schickſals, das hier ſeine letzten Klageakkorde ausſpielte, erhöhte in ihm noch das Melancholiſche des Eindrucks und rührte mächtig er⸗ ſchütternd ſein innerſtes Gemüth. Er hatte ein Gefühl, als würde in dieſer Stunde ſeine eigene glückſelige Kindheit, die er in Altenhain verlebt hatte, zu Grabe getragen; und wie noch jüngſt der Anblick des ſchönen Ammychens ihm dieſe zuerſt wieder ſo recht lebendig in's Gedächtniß zurückgerufen, ſo erſchien ihm heute der lange Leichenzug mit dem blumengeſchmückten Sarge als die letzte Erinnerung an dieſelbe.

Jetzt nahten die Träger mit dem Sarge der Treppe; der alte Tannenbaum ſchüttelte leiſe wie zum Weihnachtsgruße aus ſeinen grünen Zweigen Schnee⸗ flocken auf die Blumen und Bänder; Ernſt erblickte hinter dem Sarge den Freund im Prieſterornat und auch Burkhard ward ſeiner anſichtig. Sie drickten ſich die Hand und jener ſagte erſchüttert:Das alſo iſt der Ausgang!Und der Eingang zum Frieden, entgegnete der Pfarrer bewegt.