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Der Tannenschütz : Weihnachts-Novelle für 1851 / von Otto Müller
Entstehung
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herzlich gut geweſen waren. Beide ſchienen beſtändig niedergeſchlagen, alle Fröhlichkeit war von ihnen ge⸗ wichen, und wer's nicht ſchon wußte, hätte es ihnen auf den erſten Blick anſehen müſſen, daß ihnen das beſte Leben zu Grunde gegangen und ſie nur noch wie aus Gewohnheit zuſammenhielten.

Ich traute dem Ding gleich von Anfang nicht; denn immer hatten die beiden was Apartes an ſich gehabt und das Leid von wegen der großen Feindſchaft der Väter ſtand den Unglückskindern ordentlich im Geſicht geſchrieben. Lange konnt's auch in dieſer trau⸗ rigen Weiſe nicht fortgehen, denn ſie marterten ſich zu Tode, eines um des andern willen, das ſahen alle Leute, und mit kam's immer vor, als wenn ſie etwas Heimliches mit einander abgeredet hätten und nur noch nicht darüber einig wären, wie ſie's ausführen wollten. Der Rudolph aber wußt's am Ende doch und hat's auch richtig, Gott verzeih' ihm die Sünde! gethan; denn eines Morgens fand ihn der Waldhüter droben auf dem Tannenſtein als Leiche, er hatte ſich erſchoſſen auf demſelben Platz, wo er ſonſt mit Ammy beiſam⸗ men geſeſſen und ihr ewige Treue geſchworen hatte.

Wie man dem armen Mädchen die Schreckens⸗ kunde hinterbrachte, ſtieß ſie einen Schrei aus, als wäre ihr die Stele geſprungen, worauf ſie wieder ſtil