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Der Tannenschütz : Weihnachts-Novelle für 1851 / von Otto Müller
Entstehung
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ich, hat ihm den Herzſtoß gegeben, und ſo kam der arme Menſch wieder ins Dorf, als ob er wiſſe, daß ihn hier ſein Grab erwarte. Ammy ſah ihn von weitem die Straße heraufſchleichen und ſtürzte ihm ent⸗ gegen; er aber kannte ſie kaum mehr, hieß ſie kalt von ihm ablaſſen und ſagte, daß er ſeines Vaters Sohn bleibe und keine Rede mehr von der Heirath mit ihr ſeyn könne. Ach! da hättet Ihr den Jammer des armen Mädchens ſehen ſollen! Es hatte alles verloren um ſeiner Liebe willen, hatte dem Rudolph das vergrabene Meſſer verrathen, was die Urſache von allem Unglück wurde, und nun ſtieß auch noch der Liebſte ſie grauſam von ſich und fluchte der Stunde, wo er ihr Treue geſchworen und ſeinen Vater damit in lebenslängliche Gefangenſchaft gebracht habe! Ein paar Tage glaubten wir, ſie verliere wirk⸗ lich den Verſtand, bis der Rudolph, der ihr ſo großes Leid angethan, wieder zu ihr kam und ſie ein langes Geſpräch unter vier Augen mit einander hatten. Was ſie da ausgemacht haben, weiß der liebe Gott; aber

ſeitdem gingen ſie wieder mit einander, waren häufig

beiſammen, entweder ſie auf dem Herrnhof oder er bei Ammy im Hauſe. Aber von Liebe war nichts mehr

zwiſchen ihnen zu merken, und cher hätte man ſie Bruder und Schweſter halten mögen als für zw Rüte, die ſich das Jawort gegeben und einander