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furchtſam nach dem Dorf liefen und das Mädchen allein ſtehen ließen. Ernſt nahte ihr und bot ihr einen freundlichen Morgengruß, den ſie ſchüchtern erwi⸗ derte, worauf er ein Geſpräch mit ihr anknüpfte, indem er ſie fragte, ob ſie von Altenhain ſey und welches Geſchäft ſie ſo frühe hierher an den Kirchhof führe; „denn,“ fügte er hinzu,„du biſt zu ſchön und zu jung, um ſchon an's Sterben zu denken.“
„Wenn's nur das Eine wäre, hätt' ich kein Leid darum,“ erwiderte ſie mit trübem Lächeln und ſchlug dabei die großen glänzenden Augen zu dem Fremden auf, der in der That von der natürlichen Anmuth dieſes Bauernmädchens überraſcht war. Selbſt der Ton ihrer Stimme hatte trotz des bäueriſchen Dialekts etwas Gewinnendes, und der trauernde Blick, der ihre Worte begleitete, deutete auf ein Leid dieſer jungen Seele, das ſeine lebhafteſte Theilnahme erweckte. Als er ihr aber erzählte, daß er nicht fremd im Dorfe ſey und»ſeinen Namen nannte, verklärten ſich plötzlich ihre Züge zu heller Freude, und bewegt rief ſie aus:„Ach, Herr Ernſt, ſo ſind Sie's wirklich! Und mich kennen Sie auch nicht mehr? Aber ich war freilich noch gar klein, als Sie vom Herrnhof wegkamen. Du liebe Zeit, und derweil iſt Ihnen die Ammy vollends aus dem Geſicht gewachſen!“


