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läutete die Altenhainer Frühglocke. Noch einen letzten Blick warf Ernſt auf das Steinkreuz und ging dann den Hohlweg entlang, der je näher dem Dorfe immer abſchüſſiger wurde, nach dem Pfarrhaus zurück. Sein Weg führte ihn am Kirchhof vorüber, der ſeitwärts von der Straße auf einem grünen Hügel lag und rings mit großen Feldſteinen eingefaßt war. Zu dem ſchwarzen Gitter, das den Eingang verſchloß, führte eine holperige Steintreppe hinan und ſchien andeuten zu wollen, daß ſelbſt der Weg zu dieſer Stätte des Friedens noch beſchwerlich und der Erde Mühſal erſt im kühlen Grabe für den Sohn der rauhen Berge ein Ende finden ſolle. Der Anblick dieſes Kirchhofs hatte trotz der Armſeligkeit ſeiner Anlage etwas unge⸗ mein Friedliches und Elegiſches und der alte Tannen⸗ bäum am Thore bildete gleichſam den freundlichen Gegenſatz des immergrünen, wenn auch kümmerlichen Lebens zu dem Schweigen der Gräber.
Auf der Treppe ſaßen mehrere kleine halbnackte Kinder, Bilder der Armuth und Dürftigkeit, während ihnen noch der Kindheit fröhliche Unſchuld aus den Augen lachte. Bei ihnen ſtand ein ſchlankes, ungefähr achtzehnzähriges Bauernmädchen mit ausdrucksvollen ſanften Zügen und ſah neugierig über die kleine lärmende Schaar hinweg zu dem fremden Herrn her⸗ unter, den die Kinder nicht ſobald erblickten, als ſie


