lichen Jugend erinnerte, deren altes Leben ihn nun wieder vollſtändig umgab, zwar mit neuen Menſchen, ſonſt aber in allen Gegenſtänden und Eindrücken noch gerade ſo wie ehemals. Denn die Heimath läßt nicht von uns ab, ſo weit und lange wir uns auch von ihr entfernen mögen, und in einem Hauche, einem Tone zaubert ſie uns plötzlich wieder alle holden und glück⸗ lichen Träume der Vergangenheit vor die Seele, Träume, die uns vielleicht nur täuſchten, weil uns eben die Heimath fehlte, um ſie zu erfüllen.
Kaum beſchien die Sonne des folgenden Tages Ernſt's Zimmer, ſo war er auch ſchon aus den Federn und ſchlich, während die Bewohner des Pfarrhauſts noch ſchlummerten, durch die hintere Thüre in's Freie. Aus dem Garten gelangte er auf den Fußpfad, der zur Höhe hinanführte und ſich vben im Tannenwald verlor. Dieſen Weg beſchritt Ernſt; denn auf dem Berge hatte man eine herrliche Ausſicht, weit über die Höhen des Vogelsberges hinaus, ſo daß man bei hellem Wetter deutlich die ſanften Wellenlinien des Taunus unterſcheiden konnte.
Ernſt erreichte den Tannenwald, den Spielplatz ſeiner glücklichen Kindheit, und wie er in den von der Morgenſonne hell beſchienenen Forſt eintrat, hatte er
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