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„Das Vaterhaus wird er freilich nicht wieder erkennen, und auch ſonſt hat ſich vieles verändert, was zur Zeit, da ſein Vater noch den Herrnhof im Dorfe beſaß, ſeine Kindheit umgab.“—„Wie freue ich mich auf dieſes Wiederſehen!“ ſprach Burkhard vergnügt.„Ernſt ſucht ja auch nichts weiter in Altenhain als uns, und wir gewinnen dafür einen lieben Gaſt, der uns gewiß vieles Intereſſante aus ſeinem bewegten, wechſelvollen Leben erzählen kann.“—„Wenn ich nur erſt eine richtige Vorſtellung von dieſem Ernſt hätte!“ rief die Schwägerin.„Mir iſt nichts ſchrecklicher als ſo ein wildfremder Menſch, mit dem man urplötzlich in ein Freundſchaftsverhältniß treten ſoll, bloß weil er des Schwagers Freund und ein Vogelsberger dazu iſt.“— „Du mußt Geduld haben,“ verſetzte der Pfarrer lächelnd.„Ich ſelbſt weiß kaum noch mehr von ihm, als daß er des penſionirten Amtmanns von Bernau einziger, ſehr talentvoller Sohn war, im Dorſe nur der„böſe Ernſt“ hieß und von meinem Vater, der uns beiden den erſten Unterricht ertheilte, mehr als einmal Schläge bekam, weil er aller tollen Streiche voll und der Grammatik äußerſt abhold war. Als ſein Vater ſtarb, kam Ernſt von hier mit vierzehn Jahren weg, und ſeitdem ſahen wir uns nicht wieder; er ſtudirte in Göttingen die Rechte, iſt aber ſpäter, als ihm von einer verſtorbenen Tante eine reiche Erb⸗


