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aller Naturwahrheit, daß ſie ſich nimmermehr zur Romantik ihres Stoffes emporheben können. Es geht ihnen mit den Dorfgeſchichten nicht beſſer wie früher mit ihren Salonsnovellen; in beiden Gattungen der Poeſie herrſcht dieſelbe Unnatur, und ein Baron der Gräfin Hahn⸗Hahn iſt eben ſo wenig im wirklichen Leben zu finden, wie der Bauer aus der modernen— Dorfnovelliſtit. Nur die Blaſirtheit unſerer neuern Schöngeiſter konnte ſich ſo weit von der wahren Ro⸗ mantik der Natur entfernen, und Immermann iſt der Einzige, der uns in ſeinem Hofſchulzen ein richtiges Bild vom Bauer entwirft, indem er ihn ſchildert wie er iſt, nicht wie er dem phantaſieloſen Poeten erſcheint, der ſich überall nur an den äußerlichen Apparat des Dorflebens hält, und wohl recht gut den Hahn auf dem Miſte, aber ſehr ſchlecht das Herz in der Men⸗ ſchenbruſt ſchildert. Auch Geßner zeichnete in ſeinen Royllen Bauern und ließ ſie ſentimentaliſiren und moraliſiren, gerade wie unſere Heutigen; aber die Allongeperrücken, womit er ſeine Figuren ausſtafftte, waren eben ſo lächerlich als die Glacbhandſchuhe, mit denen jetzt die Poeten die Dorfnovelliſtik bearbeiten. Das iſt höchſtens verbauerte Poeſie, aber der Bauer darin fehlt überall.“
„Ich bin nur begierig, wie es deinem Freund Ernſt bei uns gefallen wird,“ ſagte die Pfarrerin.


