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Das Dorf Altenhain lag am Abhange eines ziemlich ſteilen Berges und ſeine Hauptſtraße war zur
Winterszeit wegen des glatten abſchüſſigen Pflaſters
kaum zu befahren. Das letzte Haus auf der Höhe linker Hand, wenn man durch den Hohlweg in den Ort herunterkam, war das Pfarrhaus; ein im Ver⸗ gleich zu den übrigen Bauernwohnungen ſtattliches zweiſtöckiges Gebäude mit einem geräumigen, von Ställen eingeſchloſſenen Hofe, der nach der Straße zu offen lag und im Hintergrund einen großen Obſtgarten zeigte. Das Ganze hatte ein äußerſt reinliches, ein⸗ ladendes Ausſehen, beſonders wenn zur Sommerszeit das kleine Blumengärtchen davor in vollem Flor ſtand und die ſchlanken Malven wie zum Gruße von der Mauer auf die Straße herabwinkten. Man ſah es dem Hauſe ſchon von außen an, daß hier gute Menſchen wohnten; wie aus freundlichen Augen blickte Einem aus den hellen Fenſtern die Gaſtlichkeit entgegen und auch das Storchenneſt auf ſeinem alten Dache ſchien andeuten zu wollen, daß, wer hier einkehre, auf herz⸗ lichen Willkomm zählen dürfe.
Es war im Spätſommer des Jahres 18 an einem Nachmittage; ein ſchweres Gewitter, welches ſich in drohenden Wetterwolken über den Bergen zuſammen⸗ gezogen hatte, war eben nach wenigen heftigen Donner⸗ ſchlägen und einem kurzen Regen vorübergegangen, die


