glänzende Eisflächen ſtarren wie Gletſcher an den ſteilen nieder, alle Pfade und Wege ſind vom Schnee verſchüttet, ſo daß, wer des Landes nicht ganz kundig, wohl daran thut bei ſeinen Wanderungen durch dieſes winterliche Geſild ſich eines Führers zu bedienen; denn ſchon Mancher, der ſich nahe am Ziele wähnte, verirrte ſich in der unwirthbaren Gegend, verſank ſpurlos unter trügeriſcher Schneedecke und ſein Leichnam w erſt wieder aufgefunden, wenn der Winter in Bächen thalwärts ſchmolz und die Höhen allmählig frei von Eis und Schnee wurden.
Auf Meilen in der Runde erblickt man dann oft kaum eine menſchliche Seele, nicht einmal ein Thier im Schneegeſild. Das Wild ächzt hungrig in den dichteſten Gründen des Forſtes, und höchſtens ſchleicht ein lungernder Fuchs um die Dörfer und Bauernhöfe und ſtößt von Zeit zu Zeit ein mißtönendes Geheul aus, das dem heiſern Bellen eines kranken Hundes gleicht. Selbſt der Rabe verläßt dann ſeine winterliche Höhe, kehrt in den Dörfern bei ſeinen Feinden, den Menſchen ein und legt ſeine angeborene Scheu vft ſo weit ab, daß er auf der Schwelle der Hütten ſitzt und traulich der milden Hand wartet. Spät erſt, wenn ſchon längſt in der Ebene gen Süden, der geſegneten Wetterau, die Felder grünen, erſcheint der langerſehnte Lenz auch auf den rauhen Höhen des Vogelsbergs und
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